Wahnsinn mit Methode

Was das BILDblog da heute berichtet, gehört zum ungeheuerlichsten, was ich an forschungsmethodischem Unsinn je gesehen habe. In einer Auseinandersetzung zwischen den Nachrichtenagenturen dpa und dapd hat letztere versucht, die Qualität der eigenen Arbeit mit Hilfe einer quantitativen Untersuchung zu untermauern. Methodisch befindet sich diese „Untersuchung“ etwa auf dem Niveau eines Nachmittagsprojekts achtjähriger Grundschüler (die man natürlich für eine solche Leistung loben würde, ohne es ernsthaft als wissenschaftliche Untersuchung zu verkaufen); Lukas Heinser hat auf BILDblog den gesamten Irrsinn so gut beschrieben, dass ich das hier nicht nochmal wiederholen muss. Allen Interessierten, vor allem Studierenden sozialwissenschaftlicher Fächer, sei aber der atemberaubende Originalbericht, der bis jetzt (18.04. 21:20 Uhr) allen Ernstes immer noch auf der dapd-Website online steht, sehr ans Herz gelegt; sowas sieht man nicht oft. Wie die auftraggebenden Herrschaften der dapd Medien Holding so etwas zulassen können, ist mir rätselhaft, auch vor dem durchführenden Unternehmen muss man aus fachlicher Perspektive wohl dringend warnen.

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