Tagesschau-App: Realitätsferne Debatten

Als Wissenschaftler, der sich seit vielen Jahren mit Mediennutzung beschäftigt, lerne ich gerne immer mal was dazu. Besonders interessant heute: Das Landgericht Köln meint (nach Darstellung von Claudia Tieschky in der SZ), dass die Tagesschau-App „aus Sicht der Nutzer geeignet ist, als Ersatz für die Lektüre von Zeitungen oder Zeitschriften zu dienen“. Mir ist sowas neu, denn es widerspricht völlig dem empirischen Forschungsstand: Wie ich nicht nur hier in meinem Blog sondern auch in zahlreichen wissenschaftlichen Veröffentlichungen wiederholt deutlich gemacht habe, gibt es keine überzeugenden Belege dafür, dass Nutzer die Zeitung durch (kostenlose) Informationen aus dem Internet ersetzen würden.

Dabei ist dem Gericht eigentlich kaum ein Vorwurf zu machen: Es hat, durch die Beschränkung des Urteils auf die „Ausgabe“ (für ein sich ständig aktualisierendes Online-Angebot ein eigentlich sinnloser Begriff) vom 15.06.2011 ebenso wie durch eine Reihe früherer Äußerungen, versucht die Parteien davon zu überzeugen, dass diese Auseinandersetzung nicht vor Gericht gehört. Es ist wirklich ein Trauerspiel, nun schon über so viele Jahre zu beobachten, wie die gesamte „alte“ Medienbranche sich in eine realitätsferne Traumwelt zurückzieht und gegen nur eingebildete Windmühlen kämpft, während sich die Welt da draußen weiterdreht. In einer digitalisierten Welt – die in den nächsten Jahren auch das alte Fernsehen so in sich aufsaugen wird wie im letzten Jahrzehnt die Print-Medien – sind Begriffe wie „Fernsehen“ oder „Presse“ zur Beschreibung von Branchen/Berufen/individuellem Handeln untauglich geworden, und Hilfskonstruktionen wie „sendungsbezogen“ oder „presseähnlich“ lösen keinerlei Probleme, sondern sind nur ein Ausdruck von Ratlosigkeit. Auch aus Sorge um von mir sehr geschätzte Medien wie die Süddeutsche Zeitung (die ich trotz meiner intensiven Online-Nutzung seit über zwanzig Jahren abonniert habe) hoffe ich inständig, dass sich die relevanten Unternehmen und auch die Politik bald einmal Gedanken über die Gestaltung ihrer und unserer digitalen Zukunft machen, statt zu versuchen, sie aufzuhalten.

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Meine Rezension von „Internet & Demokratie“

Bereits letzten Herbst hat mich die Redaktion des rkm-Journals um eine Rezension des Buches „Internet & Demokratie“ von Stephan Eisel gebeten. Ich habe da auch gleich zugesagt, weil ich es für überfällig und auch sehr interessant hielt, dass mit Stephan Eisel ein sehr politikerfahrener Autor aus dem konservativen Lager (Eisel war und ist in verschiedenen Positionen in der CDU tätig, u.a. als MdB) mit dem Thema Internet beschäftigt, denn bisher ist die etablierte Politik (etwa im Rahmen der bisher gescheiterten Online-Regulierungsvorhaben) vor allem durch Unkenntnis der medialen Gegebenheiten in der digitalen Welt aufgefallen.

Meine Rezension (hier auf der rkm-Website einsehbar) ist nicht besonders positiv ausgefallen, zum einen weil die wissenschaftliche Qualität insgesamt relativ schwach ist – in vielen Bereichen ist der aktuelle Forschungsstand über die im Buch ausführlich diskutierten Befürchtungen und Hoffnungen einfach längst hinweggegangen – und zum anderen, weil es letztendlich auch keine besonders schlüssige Perspektive auf den Umgang mit dem Netz gibt: Eisel beschreibt in weiten Teilen des Buches – meiner Ansicht nach rhetorisch nicht immer redlich – den in den Augen des Autors überschätzten Nutzen des Internets wie die seiner Ansicht nach dramatischen Gefahren des Netzes für die Demokratie. Daneben erfährt man durchaus Interessantes über seine persönlichen Erfahrungen mit dem Internet als Abgeordneter, das sich nicht immer mit dem vorher diskutierten in Einklang bringen lässt.

Dass dem Autor – den ich persönlich noch nicht kennengelernt habe und gegen den ich persönlich auch nichts habe – meine Sicht auf sein Buch nicht gefällt, ist verständlich, seine Replik darauf, die als Kommentar zur Rezension verfasst wurde, ist inhaltlich aber leider auch nicht besonders hilfreich; außer persönlichen Vorwürfen („einfältig“, „überheblich“, „absurd“) und einfachen Zurückweisungen meiner Sichtweise gibt es wenig Ansatzpunkte für eine inhaltliche Auseinandersetzung. Dabei fände ich es nach wie vor wichtig, dass sich etablierte politische Parteien, die CDU ebenso wie die SPD, FDP oder andere, zukunftsorientiert mit der digitalen Welt auseinandersetzen. Denn diese Welt, in der die Parteien nicht zuhause sind, wird weder von selbst wieder weggehen noch lässt sie sich mit ein paar einfachen gesetzlichen Maßnahmen unschädlich machen. Eine offensive, realistische Auseinandersetzung damit ist bis heute aber offenbar schwierig.

Warum eine „inhaltliche Auseinandersetzung“ mit den Piraten wenig bringt

Sowohl FDP-Chef Philipp Rösler als auch Klaus Ernst von der Linkspartei haben am vergangenen Wochenende eine „inhaltliche Auseinandersetzung“ mit der Piratenpartei angekündigt. Das ist aber vermutlich nicht die richtige Strategie. Man muss nämlich annehmen, dass die Herren (und auch die Protagonisten von Union und SPD) dabei nach wie vor an eine politische Auseinandersetzung alten Stils denken, nämlich: zuerst Programmentwicklung innerhalb der hierarchischen Parteistrukturen, dann die neuen inhaltlichen Angebote ins Partei-Schaufenster stellen und dafür um Kunden/Wähler werben. Dass die Piraten aber eben nicht wegen ihrer inhaltlichen Angebote so attraktiv sind – eine Protestpartei klassischen Stils, wie Klaus Ernst vermutet, sind sie erst recht nicht – sondern wegen ihrer grundsätzlich anderen Herangehensweise an politische Probleme, wollen die Herrschaften nach wie vor nicht wahrhaben.

Es ist ja gar nicht so, dass die Piraten besondere Lösungsvorschläge für aktuelle politische Probleme hätten: Selbst in der Netzpolitik gehen die Positionen über sehr Allgemeines (und zum Teil Utopisches) nicht hinaus, von anderen Politikfeldern gar nicht zu reden. Aber den potenziellen Wählern – mittlerweile je nach Umfrage-Art zwischen 10 und 30 Prozent der Deutschen – scheint das wenig auszumachen. Mittlerweile weiß schließlich (fast) jeder Wähler, dass die aktuellen gesellschaftlichen Probleme nicht so einfach zu lösen sind, wie es Parteien vor allem in Wahlkämpfen immer wieder versprechen. Glaubt denn wirklich noch jemand Behauptungen wie „dieser Aufschwung ist meiner“ oder „die SPD/CDU etc. pp. ist schuld an der Krise“? Jeder halbwegs vernünftige Wähler weiß, dass komplexe Probleme langfristige Arbeit bedeuten; das Bekenntnis, die Lösung nicht zu kennen, aber einen plausiblen Weg zu deren Lösung zu haben – nämlich offene, transparente und breit angelegte Diskussionsprozesse, deren Ergebnisse dann auch systematisch in eine Beschlussfassung eingehen – erscheint bei allem Chaos innerhalb der Piratenpartei immer mehr Menschen deutlich vernünftiger als die kindischen Hahnenkämpfe der Damen und Herren in ihren Anzügen und Kostümen mit parteifarblich abgestimmten Krawatten oder Blazern.

Liebe etablierte Parteien, Ihr müsst schleunigst realisieren, dass die Menschen des Jahres 2012 andere sind als die des späten 19. Jahrhunderts, als unser altes Parteiensystem entstanden ist: das Bildungsniveau steigt stetig an, die Bindung an das eigene Millieu – katholisch, Arbeiter, Beamte etc. – spielt kaum noch eine Rolle, die Lebenswege der Menschen sind nicht mehr von der Wiege bis zur Bahre durch Familien- und Klassenzugehörigkeit vorgezeichnet. Junge Menschen haben heute ungeheure Chancen der Lebensgestaltung und auch sehr viel mehr Eigenverantwortung als ihre Urgroßeltern. Und deswegen versammeln sie sich eben nicht mehr einfach als willige Masse hinter der roten Fahne oder dem Kirchenbanner und gehorchen den Anführern in der Hoffnung, dass diese dann schon alles regeln werden. Die Bürger des 21. Jahrhunderts wollen für voll genommen werden. Und das ist keine Frage des inhaltlichen Angebots im Schaufenster. Das ist eine Frage des politischen Prozesses, der sich in den nächsten Jahren dringend ändern muss, und zwar grundlegend: Pseudo-Veranstaltungen wie der „Zukunftsdialog“ der Bundeskanzlerin sind letztendlich nämlich auch nichts anderes als die klassische Schaufensterpolitik.

„Was würden Sie den Opfern sagen …“

… fragt Joachim Käppner heute im Leitartikel der Süddeutschen Zeitung, in dem er erneut die Notwendigkeit der Vorratsdatenspeicherung (VDS) propagiert (dass der Artikel nur in der Papier- und Kaufversion, nicht aber auf der frei zugänglichen Website der Zeitung steht, soll vermutlich der Shitstorm-Vermeidung dienen).

„Was würden die Liberalen einem Kind sagen, das von Pädophilen missbraucht wird und das man nicht befreien konnte, weil ohne Vorratsdaten die Spur der Täter nicht zu finden war?“

In der Tat: im Angesicht eines solchen Falles fühlt man sich machtlos und es fällt sehr leicht, sich dem großen Staats- und Polizei-Bruder, der dieses Leid verhindern kann,  zu unterwerfen. Keiner will in diese Situation kommen, einem Kind zu sagen, man sei dagegen gewesen, dass es gerettet würde. Zumal Herr Käppner ohne Beleg behauptet: „Solche Fälle gibt es.“ Ich hoffe, da hat er gut recherchiert, denn man muss stark bezweifeln, dass es in den letzten zehn Jahren auch nur eine Handvoll solcher Fälle gegeben hat. Um einen solchen Extremfall zu konstruieren, der nach Herrn Käppners Auffassung die systematische und dauerhafte Speicherung unser aller (82 Millionen) alltäglichen Kommunikationsverbindungsdaten rechtfertigen soll, müssen eine ganze Menge unwahrscheinlicher Dinge zusammenkommen: Ein Kind muss nicht nur verschwunden, sondern nachweislich entführt worden sein, das ganze müsste sich über einen relativ langen Zeitraum hinziehen und es müsste bereits so viel polizeilich ermittelt worden sein, dass auch der Täter bereits bekannt ist und sich vor allem auch noch bei dem entführten Kind befindet.

Der einzige ähnliche Fall, der mir spontan einfällt, ist der Fall Jakob von Metzler, der aber erstens doch wieder anders gelagert war, weil, nachdem obige Bedingungen erfüllt waren, das Kind bereits tot war und offenbar auch kein ortbares Handy dabei hatte – der Täter selbst saß ja schon in der Zelle. Und schließlich sind es genau solche langwierigen Fälle, de vermutlich auch mit Hilfe der Quick-Freeze-Regelung aufgeklärt werden könnten, ohne Milliarden von Verbindungen jedes einzelnen Bürgers zu sammeln und zu durchstöbern.

Und damit kommen wir zum zweiten, zentralen Problem mit Herrn Käppners Argumentation, das eigentlich wesentlich gewichtiger ist und auch dann bestehen bleiben würde, wenn wir wirklich zehn solcher Extremfälle finden würden, bei denen die Vorratsdatenspeicherung einen Missbrauch verhindert hätte: Man ersetze in obigem Zitat einfach mal den Begriff „Vorratsdatenspeicherung“ duch andere Begriffe wie „Folter“, „Todesstrafe“ etc. Dann wird einem sehr schnell klar, dass es sich dabei um eine klassische Totschlagargumentation handelt, bei der emotionale Einzelfälle verwendet werden, um inhaltliche Argumente und deren sachliche Abwägung vollständig auszuhebeln – ein klassischer Trick „schwarzer“ Rhetorik, der erbärmlich und für eine Publikation wie die Süddeutsche Zeitung unter allem Niveau ist. Jeder Staatsbürger, aber vor allem jeder Journalist sollte wissen, dass die Grundrechte unserer Verfassung gleichrangig nebeneinander stehen und unsere freie, demokratische Gesellschaft nur dann existieren kann, wenn sie gegeneinander ausbalanciert sind. Eine „Pädophilenverfolgungs-Republik“, die zahlreiche Grundrechte wie das Postgeheimnis, das Recht auf Privatsphäre oder die Meinungsfreiheit grundsätzlich dem – eigentlich gleichrangigen – Recht auf körperliche Unversehrtheit unterordnet, widerspricht fundamental allen demokratischen Prinzipien dieses Landes. Und genau eine solche Unterordnung fordert Herr Käppner: Er gibt durchaus zu, dass die meisten Straftaten auch ohne VDS aufgeklärt werden können, „aber manchmal“ eben doch nicht. Genau dieses „manchmal“ kann aber nicht Grundlage unseres Staatswesens sein. Schließlich gäbe es eine Milliarde solcher „Manchmals“ die man verhindern könnte, wenn man mal dieses, mal jenes Grundrecht abschalten würde. Es geht bei der Debatte um die VDS um den Bestand unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung, und eben nicht nur um Parteitaktik und auch nicht abseitige Privatvorlieben irgendwelcher Internet-Nerds.

Sie haben sich verrannt, Herr Käppner, nicht die Justizministerin.

Das Internet als Gefahr für die Demokratie

In einem längeren Interview, das ich mit dem ORF für sein Programm FM4 geführt habe, kam die Sprache mal wieder auf das Problem der unkontrollierbaren Debatten in Online-Foren. Die Kernfrage war, ob es denn nicht gefährlich und dem demokratischen Diskurs abträglich sei, wenn im Netz jeder – auch alle Trolls, Irren und Extremisten – sich in jede Diskussion einmischen könnten und ob damit dem Populismus nicht Tür und Tor geöffnet würde.

Weil es dazu relativ viel zu sagen gäbe und mir beim Schluss-Statement dieses Interviews nicht richtig viel Zeit blieb, habe ich am vergangenen Wochenende nochmal ein paar systematische Antworten auf dieser Frage zusammengestellt, die bei der „Politischen Notiz“ veröffentlicht und nachzulesen sind.

Einheitsfront „Vorratsdatenspeicherung“

Gerade sieht es so aus, als könnte das dramatische Versagen von Verfassungsschutz und Polizeibehörden bei der Überwachung des Nationalsozialistischen Untergrunds der Schlüssel zur Einführung der Vorratsdatenspeicherung (VDS) sein, auf den die Politik schon lange gewartet hat. Das zeigt sich nicht unbedingt darin, dass die entsprechenden politischen Akteure ihre Forderung gebetsmühlenartig wiederholen, sondern darin, dass zentrale meinungsbildende Medien sich deren Position unter dem Eindruck der unentdeckten Rechtsterroristen überraschend eindeutig zu eigen machen.

So schreibt Joachim Käppner auf der Titelseite der heutigen SZ, die Bundesjustizministerin müsse erklären, „warum es im Interesse der bürgerlichen Freiheit sei, wenn der Staat nicht die nötigen Informationen über deren schlimmsten (sic!) Feinde sammeln darf“. Es handelt sich dabei um eine sachlich in mehrfacher Hinsicht unzutreffende Unterstellung, die nicht das tatsächliche Problem beschreibt, sondern das zentrale Propaganda-Argument der VDS-Forderer wiedergibt. Rhetorisch ist das allerdings nicht ungeschickt. So behauptet das Argument einfach pauschal, dass das, was den Ermittlungsbehörden vorenthalten wird, „das Nötige“ zum Schutz der Bevölkerung sei. Genau das ist aber strittig. Die Tatsache, dass es trotz zehn Jahren Islamismus-Panik bisher noch keinen einzigen islamistischen Terroranschlag in Deutschland gab (die Ermordung von zwei US-Soldaten auf dem Flughafen Frankfurt ausgenommen), kann man als Beleg des Gegenteils verstehen. Wirklich ärgerlich für eine Zeitung mit dem Qualitätsanspruch der SZ ist die Behauptung, die Behörden dürften keine Informationen über ihre Feinde sammeln. Denn genau das dürfen sie ja: Wenn es konkrete Verdachtsmomente gibt, wird jeder Richter alle nötigen Überwachungsmaßnahmen, sogar inklusive Lauschangriff, Videoüberwachung, Haus- und PC-Durchsuchung genehmigen. Und diese Verdachtsmomente würde es in der Regel auch geben, hätten die Behörden nicht so ungeheurlich versagt. Es geht bei der VDS ja darum, unser aller Telekommunikationsverbindungsdaten ohne irgendeinen Anlass durch die Telekommunikationsunternehmen sammeln und speichern zu lassen; warum das über die normale polizeiliche Beobachtung und Verfolgung der Kriminellen hinaus nötig sein soll, muss nicht die Justizministerin widerlegen, sondern das müssen die VDS-Epigonen begründen. Die einfache Behauptung, das sein eben „nötig“, ist wirklich unter allem Niveau.

Etwas erschreckt hat mich heute auch der von mir sonst überaus geschätzte Deutschlandfunk, in dem der ebenfalls von mir sonst sehr geschätzte Tobias Armbrüster im Interview mit FDP-MdB Christian Ahrendt (mp3) behauptete, die Ermittlungspannen im Falle der Zwickauer Terrorzelle und die Vorratsdatenspeicherung seien „zwei Paar“ Schuhe, die nichts miteinander zu tun hätten. Tatsächlich haben sie ausgesprochen viel miteinander zu tun, sie sind gar nicht zu trennen: Denn der Wunsch, nun fünfzehn Jahre zurück möglichst alle Telekommunikationsdaten zu analysieren, ist ja nur deswegen entstanden, weil die Terroristen völlig unbehelligt von den Behörden ihr Unwesen treiben konnten; hätten Verfassungsschutz und Polizei ihren Job gemacht, wären viele der Opfer noch am Leben und es gäbe keinerlei Notwendigkeit, nun nachträglich in digitalen Verhaltensspuren zu kramen.

Das Paradoxe an dieser Entwicklung ist, dass es keine besonders guten, neuen Argumente sind, die plötzlich die Seite der Law-and-Order-Politiker stärken, sondern dass es ihr eigenes Versagen bei der Überwachung der Nazi-Szene ist, für das sie nun auch noch durch die Unterstützung der unabhängigen Medien und vielleicht sogar noch mit dem Geschenk der Wiedereinführung der VDS belohnt werden. Worüber ich mir im Moment nicht klar bin ist, weshalb die Journalisten sich, auch noch so deutlich entgegen der Faktenlage, auf die Seite der Befürworter stellen; so kompliziert sind diese Zusammenhänge ja nicht. Wenn Medien und Politik nicht doch noch vernünftig werden, wird uns vor größerem Schaden dann wieder mal das Bundesverfassungsgericht bewahren müssen.

Alte Männer (& Frauen), die das Internet nicht verstehen, Folge 3

Eigentlich muss man wenig zu dieser Diskussion in der Bundespressekonferenz sagen, alleine die erste Frage des dadp-Korrespondenten, in kaum verhüllter Empörung vorgetragen, sagt fast alles: „Muss ich mir jetzt in Zukunft einen Twitter-Account zulegen, um über relevante Termine der Kanzlerin informiert zu werden?“

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