Titel zu „Bürger online“ ist fertig

Gestern haben wir vom UVK-Verlag die endgültige Titelseite unseres in den nächsten Wochen erscheinenden Buchs bekommen. Wir Titel "Bürger online"haben unter Mithilfe zahlreicher Kolleginnen und Kollegen sowie des Verlags versucht, eine brauchbare Visualisierung für den Gegenstand zu finden, ohne auf die übliche, etwas abgegriffene Internet-Symbolik wie Tastatur und Bildschirm zurückgreifen zu müssen. Über Kommentare und Hinweise, ob uns das gelungen ist bzw. Vorschläge zur Verbesserung oder alternative Ideen (allerdings erst für die 2. Auflage …) würden wir uns freuen, entweder hier oder auch auf der neuen Website zum Buch: http://www.buerger-online.net

Countdown für „Bürger online“ läuft

Nach noch einmal einigen Wochen intensiver Durchsicht, Lektorat und Korrektur ist es bald so weit: Das Manuskript für unser Buch mit den Ergebnissen unseres zehnjährigen Forschungprojekts zur Entwicklung der politischen Online-Kommunikation der Deutschen (http://www.politische-online-kommunikation.de) ist heute an den UVK-Verlag gegangen. In schätzungsweise drei bis vier Wochen ist das bereits länger angekündigte 350-Seiten-Werk dann erhältlich. Weitere Infos gibt es demnächst auch auf einer Website zum Buch.

Datenanalyse-Projekte zu politischer Online-Kommunikation

Dieses Semester stehen in meinen beiden Master-Kursen an der FU Berlin Sekundäranalysen der umfangreichen Befragungs-Datensätze aus dem langjährigen DFG-Projekt „Politische Online-Kommunikation“ auf dem Programm. Ziel ist, unsere Datenanalyse-Kompetenzen zu erproben und zu erweitern und dabei vielleicht auch den Daten – immerhin eine siebenwellige Panel-Befragung über sieben Jahre von etwa 1500 Personen – ein paar neue Erkenntnisse zu entlocken. Ich bin gespannt!

Hallo? Politikerblogs?

Unser kürzlicher Versuch im Online-Wahlkampf-Seminar an der FU Berlin ein paar aktuelle Beispiele von Politiker-Blogs anzusehen und zu bewerten, endete ziemlich deprimierend. Pseudo-Blogs ohne Interaktionsmöglichkeit, Uralt-Angebote mit wochen- und monatealten Beiträgen, ernüchternde Abrufzahlen (z.B. Reinhard Bütikofers Standpunkt zur EU-Klimapolitik: 21 Leser in vier Wochen) oder Hardcore-Politprogramm-Texte im Umfang von fast 10 Din A4-Seiten (auf der Homepage von SPD-Vorzeige-Nachwuchsmann Björn Böhning) zeigen, dass deutsche Mandatsträger außerhalb des Wahlkampfes online wenig aktiv sind.

Die Ergebnisse einer Untersuchung, die wir kürzlich an der TU Ilmenau am Beispiel von deutschen Landtagsabgeordneten durchgeführt haben, zeigt, dass das weniger mit mangelnder Kompetenz in Sachen Online-Kommunikation zu tun hat, sondern eher mit den Prioritäten der Politiker:
Interaktion mit dem Wähler rangiert auf der Politiker-Prioritätenliste klar hinter der politischen Selbstdarstellung. Außerdem eignet sich das Internet in ihren Augen viel besser zur Informationsverbreitung als zur Stimulierung von aktiver Beteiligung oder Wähler-Feedback. Die oben genannten Beispiele illustrieren das sehr genau. Offenbar ist die Gruppe der Wähler, die eine stärkere Interaktion mit ihren politischen Vertretern erwarten, noch nicht groß genug, um Abgeordnete dazu zu bringen, sich stärker mit ihnen auseinanderzusetzen. Allerdings muss man hier vermuten, dass diese Gruppe mit dem Heranwachsen neuer Generationen von Digital Natives deutlich größer wird – eine etwas langfristigere Online-Strategie könnte deshalb sicher nicht schaden.

Details zur Untersuchung gibt es ab sofort in: Wolling, J., Schmolinsky, A., & Emmer, M.(2010). Politiker vernetzt: Warum und wie sich deutsche Landtagsabgeordnete online präsentieren. In M. Emmer, M. Seifert & J. Wolling (Hrsg.), Politik 2.0. Politik und Computervermittelte Kommunikation (S. 47-62). Baden-Baden: Nomos.